Atemstillstand und keiner traut sich was zu tun...

nef11-31.jpg

Seit über 20 Jahren bin ich jetzt als Notarzt auf einem Notarztwagen der Feuerwehr unterwegs. Und immerwieder verliere ich ihn, den fast chancenlosen Kampf um ein Menschenleben, wenn ein Herzkreislaufstillstand vorliegt. So geht es mir nicht allein, auch meine Kollegen können meist nur einen Totenschein ausstellen. Die bundesweite Statistik spricht von 3-5% erfolgreicher Wiederbelebungen.

Als wesentlicher Faktor ist die fehlende Interventionsbereitschaft der Notfallzeugen auszumachen. Dabei sind die Notfallzeugen das wichtigste Glied in der Rettungskette, der eben nicht nur das Absetzen des Notrufes beinhaltet. Jede verstrichene Minute nach Herz- Kreislaufstillstand ohne Ersthelfermassnahmen sinkt die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung um je 10%. Beim Eintreffen des Rettungsdienstes nach 10 min. tendiert die Chance auf eine erfolgreiche Wiederbelebung gegen null. Vor diesem Hintergrund wurden die Maßnahmen für den Notfallzeugen (Laienhelfer) so weit wie irgend möglich vereinfacht, um die Bereitschaft der Notfallzeugen zur Anwendung der Basismaßnahmen zu erhöhen.

Der entscheidende Punkt ist jedoch, dass jedem klar sein sollte, das nichts zu tun für den Patienten meist unwiederbringlich den Tod bedeutet.

Alle Führerscheinbesitzer haben die Ausbildung zum Ersthelfer. Trotzdem tun sie in den aller meisten Fällen nichts (nach meiner persönlichen Erfahrung weniger als 5%). Die meisten haben Angst etwas verkehrt zu machen, dabei ist das nichts tun das verkehrteste.

Nach den derzeitigen Reanimationsempfehlungen beginnt die Wiederbelebung mit der Feststellung des Atemstillstandes. Wichtig ist, dabei den Kopf zu überstrecken.
Eine Pulskontrolle wird nicht mehr durchgeführt. Atmet der Patient nicht, so wird der Notruf abgesetzt und unverzüglich mit 30 Herzdruckmassagen begonnen. Druckpunkt in der Mitte des Brustbeines. Anschliessend 2 Atemspenden sofern der Ersthelfer darin geschult ist (sind diese nicht möglich, dann eben nur Herzdruckmassage). Die Frequenz sollte bei 100/min liegen, die Drucktiefe bei 4-5cm.
30 Herzdruckmassagen und 2 Atemspenden wechseln sich ohne Pausen ab, bis der Rettungsdienst eintrifft oder ein AED-Gerät zur Verfügung steht.

Übrigens 90% der Reanimationen finden bei den Patienten zuhause statt und die Notfallzeugen sind meist Angehörige...

Dr. A. Wollmann


Mehr zum Thema:


Sprechzeiten

Montag8.00 - 11.00 Uhr15.30 - 17.30 Uhr
Dienstag8.00 - 11.00 Uhr15.30 - 17.30 Uhr
Mittwoch8.00 - 11.00 Uhr(nachmittags keine Sprechstunde)
Donnerstag8.00 - 11.00 Uhr15.30 - 17.30 Uhr
Freitag8.00 - 12.00 Uhr(nachm. nur nach Vereinbarung)

Anschrift

Hausarzt-Zentrum Harburg-Marmstorf
Beutnerring 9

21077 Hamburg-Marmstorf

Tel.: 040 / 760 10 10
Fax: 040 / 760 85 04